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Autonomes Fahren … bald Realität?

War hört man in letzter Zeit (nun, schon seit bestimmt 2 Jahren) über die autonomen Fahrzeuge, denen die Zukunft gehört. Und jetzt auch schon Aussagen wie „2030 wird selbst fahren verboten sein“. Die wunderbare Zukunft?

Mal davon abgesehen, dass „meine Generation“ +/- (also die meisten ~35-65 jährigen) sich das gar nicht so toll vorstellen, da Auto fahren ja auch Spaß macht … 😉

… die Mahner beschränken sich auf die philosophischen Probleme des „wie soll die Maschine entscheiden, ob sie nun die Oma oder das Kind über den Haufen fährt, wenn es zum Anhalten nicht reicht“. Diese Frage bräuchte einen längeren Artikel für sich selbst … aber nur mal so: Die Angst von einer Maschine umgenietet zu werden ist also ein großes Problem, die 3000+ Toten durch Menschliche Dummheit ist ein kleineres Problem? Ahm, OK, vielleicht mal separater Artikel.

Mal kurzer Realitäts-Check: Es tut nicht. Es tut so offensichtlich nicht, dass ich die aktuelle Technik kaum als frühe Demo bezeichnen kann. OK, ich fahr keinen „Tesla“, sondern „nur“ einen VW Passat und der hat nunmal kein Modul zum „autonomen Fahren“, sondern lediglich Assistenz-Systeme. Nach dem ich mich mit einigen Kollegen und Bekannten unterhalten habe, scheint das aber durchaus Stand der Technik zu sein:

  • Erkennung von Geschwindigkeits-Begrenzungen: Mal so 3 Beispiele eines typischen Samstags
    • Böblingen Hulb: Fahre knapp 50. Plötzlich Warnung im Display: Überschreitung der 10km/h Begrenzung. Bitte, was? Auf der Hanns-Klemm-Straße? Ach ja, im Augenwinkel sehe ich es noch rechts… an der Grundstückseinfahrt zu einer Firma steht ein „10-Schild“. Hallo, das ist doch nicht für mich!
    • Holzgerlingen Nord: Nein, das 30-Schild gilt für die Nebenstraße, wenn man recht abbiegt, nicht für die Hauptstraße. Steht halt so schön im „Blickrichtung“ … hätte ja sein können.
    • Autobahn, bisher „frei“, blöd, da ist ein LKW rechts, den ich gleich überhole und ein Sprinter, der mich links überholt. Ich sehe das 120 Schild, ohne Probleme, mein VW-Schilder-Erkenner … erkennt nix, wäre also mit 150 weiter gefahren.
  • Spurhalte-Assistent:
    • Auf Autobahnen … einigermaßen OK. Ausserhalb von Autobahnen … gefühlt deutlich weniger als 50% der Zeit erkennt der die Fahrbahn. Kurven mag er schonmal nicht sonderlich … kleine Landstraßen ohne Mittelstreifen … großes Problem.
  • Adaptiver Tempomat:
    • Im dichten oder zäh fliessenden Verkehr … ziemlich hilfreich
    • Aber: Fährt nicht vorausschauend genug. auf 150 einstellen und über die Autobahn „cruisen“ wollten… geht nicht. Wenn vorne jemand ausschert, „sieht“ der Tempomat das viel zu spät. Ich würde schon lange vom Gas gehen … der Tempomat bleibt bei 150 und bremst dann hart ab. Doof.

Wenn man diese „Assistenz-Systeme“ mal aus Fahrersicht beobachtet, stellt man schnell fest, dass unsere Umgebung soooo kompliziert ist, dass Maschinen das ohne Kontext-Verständnis einfach nicht handhaben können. Algorithmen werden das meiner Ansicht nach nicht richten.

Das Autobahn-Szenario ist annähernd möglich. Aber außerhalb dieser noch relativ „simplen“ und kontrollierten Umgebung sind, so denke ich, aktuelle Systeme überfordert … und bestimmt auch noch die nächsten 5 Jahre.

Vielleicht mit „echter“ künstlicher Intelligenz irgendwann … aber wann? Ich wage mal zu sagen: 2030 wird das noch nicht soweit sein, zumindest noch nicht soweit, dass alle Neufahrzeuge damit ausgestattet sind. Dazu müssten quasi alle Straßen nicht nur 100%ig kartiert, sondern auch noch perfekt markiert sein. Abhängigkeit von „Internet-Verbindung“ ist ein No-Go für autonome Systeme. Ein kurzer Ausfall und alles steht still … wer will denn sowas.

Ach ja: ich habe definitiv nichts gegen Assistenz-Systeme! Schließlich bin ich Mensch und übersehe auch mal was! Da ist eine Unterstützung sinnvoll. Wenn es denn zuverlässig funktionieren würde … ich hätte gar nichts dagegen bei einer langweiligen Fahrt auf der Autobahn auch mal News lesen zu können…

… mach ich morgen – Prokrastination

Der Begriff „Prokrastination“ ist ja schon seit einiger Zeit ein Mode-Begriff. Manche Phänomene sind alt, und „gab es schon immer“ und irgendwann macht sich jemand daran sie „wissenschaftlich“ aufzuarbeiten. Prokrastination gehört wohl dazu.

Ich denke ich bin da „normal“, also auch mir passiert das regelmäßig mal, aber so richtig schlimm ist es eigentlich nicht. Auf dem Geschäfts-PC habe ich in Firefox ein „Anti-Prokrastinations“ Plugin installiert … damit ich nicht Internet-surfe, wenn ich das eigentlich nicht tun sollte… funktioniert gut.

Seit ein paar Monaten schaue ich regelmäßig in den Blog von Tim Urban waitbutwhy.com, er schreibt dort sehr interessante, sehr lange und detaillierte, Artikel … zu allen möglichen, meist wissenschaftlichen, Themen. Und er scheint ein Meister-Prokrastinator zu sein, dazu hat er schon vor einiger Zeit mal einen Artikel geschrieben.

TED ist eine weitere Quelle sehr interessanter, meist ca. 15 minütiger, Videos, zu interessanten, manchmal auch inspirierenden, oft auch witzig vorgetragenen Ideen.

Und im März 2016 hat sich das nun überschnitten, Tim gibt einen TED Talk zum Besten … über Prokrastination 🙂

… lesenswert: seine Vorbereitung zum TED Talk.

Sehenswert: der TED Talk.

Tiere und die Definition von Intelligenz

Ich finde ja persönlich dass sich viele Menschen schnell vergaloppieren, wenn sie Tieren Intelligenz zuschreiben. Vor allem Haustierhalter sind allzu häufig „sicher“, dass ihr Vierbeiner (Zweibeiner, oder wie auch immer) definitiv intelligent ist.

Ich bin da nicht überzeugt. Während ich früher allerdings überzeugt war leicht entscheiden zu können, wo Verhalten intelligent ist, oder eben nicht, fällt doch eine objektive Entscheidung darüber manchmal schwer. Speziell wenn man nicht nur Argumente zu einem bestimmten „Fall“ austauscht, sondern objektive Kriterien aufstellen soll, dann wird es doch extrem schwierig.

Und natürlich gibt es erstaunliche Einzelfälle. Bei so manchem Bericht oder Video fragt man sich schon: ist das gestellt, und lange eingeübt; ist das Zufall; oder stecken da letztlich „einfache“ Verhaltensstrategien dahinter, die dann intelligente Verhaltensweisen erzeugen; oder ist es doch schon „Intelligenz“?

Meine momentane Meinung zu dem Thema ist: ausgetüftelte Verhaltensweisen, denen letztlich einfache Handlungsanweisungen zugrunde liegen, können wie intelligentes Verhalten aussehen. Nur was machen wir, wenn die Roboter tatsächlich mal soweit sind…

Aber interessant ist das Thema allemal. Viel Spaß und Staunen bei diesem Video: