Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist – Hans Rosling

Bei piqd habe ich einen interessanten Artikel in der faz.de gelesen, mit dem Titel „Die Welt wird immer besser: 32 gute Nachrichten„. Vielleicht bin ich ja einfach nur zu sehr Optimist, was ich eigentlich nicht denke, aber der Artikel hat mir gut gefallen.

Es scheint mir schon so zu sein, als ob „die Medien“ doch von den schlechten Nachrichten leben. Jedenfalls muss man schon mit der Lupe nach den „guten Nachrichten“ suchen, zumindest kommt es mir so vor. Jedoch sind mir die „32 guten Nachrichten“ größtenteils tatsächlich bekannt… und doch … der Optimismus, wenn man Tageszeitung liest, hält sich in Grenzen.

Der Artikel jedenfalls ist ein Anriss des Buchs „Factfulness“ vom Hans Rosling, der leider im Februar 2017 verstorben ist. Sein letztes Buch wurde posthum kürzlich im April 2018 veröffentlicht.

Jedenfalls scheint mir dieses Buch lesenswert… Kapitel nach Kapitel zu lesen, nachdem man die Tages-Nachrichten verdaut hat.

Wem der Artikel, oder das Buch, zu lang sind … die YouTube Generation kann auch den TED-Talk anschauen und muss dafür 19 Minuten mitbringen, Hans Rosling hat das Thema sehr unterhaltsam aufgearbeitet.

Die 7 Todsünden der KI-Vorhersagen

Diese Woche habe ich auf Technology Review einen guten Artikel gelesen… der mir gut gefällt, und der (natürlich) ziemlich gut mit meiner Meinung übereinstimmt. Aber endlich mal nicht jemand der einfach nur skeptisch ist, oder negativ, sondern ein Experte, der in dem Feld arbeitet und einfach nicht dem „Hype“ des Themas verfällt.

Essay: Die sieben Todsünden der KI-Vorhersagen – Heise-Verlag / Technology Review

Orginal Article: The Seven Deadly Sins of Predicting the Future of AI – by Rodney Brooks (englisch)

Ein paar Gedanken dazu: Intelligenz an und für sich ist noch gar nicht wirklich verstanden. Das fängt schon damit an, dass es Uneinigkeit darüber gibt ob und welche Tiere, bzw. welches Verhalten von Tieren nun wirklich als „Intelligent“ gilt, und was nur gelernte Reaktionen auf bestimmte Reize sind.

Auch Arthur C. Clarke hat vor vielen Jahren schon geschrieben: „Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic“. Damit meine ich, dass viele aktuell sicherlich beeindruckende Ergebnisse von „KI“ letztlich doch nur sehr fortschrittliche Technologie ist. Dieser Technologie aber schon Intelligenz zuzuschreiben, ist eine „Meinung“, die ich nicht teile.

Ein wichtiger Aspekt des Essays ist die „Exponentialität“. Wir Menschen tun uns extrem schwer, diese zu verstehen. Nach dem Schach-Computer wurde der Sieg der KI vorhergesagt, obwohl eigentlich klar war, wie wenig das bedeutet. Mit dem Sieg von Google’s AlphaGO nun wieder. Aber auch diese Maschine, so beeindruckend die Technik ist, kann nur GO spielen. Ja, sie ist soweit fortgeschritten, dass sie sich auch andere Spiele beibringen kann. Aber sie ist nach jedem Lernvorgang auf genau die erlernten Regeln limitiert. Während Menschen ohne Probleme innerhalb von Sekunden sich an Regel-Änderungen anpassen können, muss diese Maschine bei Regeländerungen zunächst viele Stunden oder Tage erneut lernen. Unsere menschliche Intelligenz ist exponentiell weiter.

Das macht es für KI so schwierig in der „realen Welt“ zurecht zu kommen, da wir Menschen uns nämlich so wenig an exakte Regeln halten. Siehe Auto-Verkehr… mal ehrlich, wenn du 5 Kilometer zur Arbeit fährst… dann musst du sicherlich mindestens 100 „Regeln“ beachten, und wenn du alles mit zählst, wirst du jeden Tag sehr viele mehr oder weniger kleine Regelverstöße zählen. Die jedoch klaglos verarbeitet werden, sodass fast nie etwas passiert (ok, nur fast). Ich bin skeptisch, ob es wirklich in 5 Jahren richtig selbst fahrende Autos geben wird. Evtl. in klar definierten Bereichen, z.B. limitiert auf Autobahnen.

Damit wir auch noch einen letzten Punkt hätten… nach der Überschätzung, auch die Unterschätzung, bzw. Erwartungshaltung. Von selbst fahrenden Autos wird erwartet, dass sie niemals einen Unfall verschulden werden. Das könnte ihr vergessen. Natürlich wird es Unfälle geben. Menschen sind keine guten Autofahrer: Im Jahr 2017 starben in Deutschland 3.177 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr. Da war noch kein autonomes Fahrzeug unterwegs. Auch wenn es sich nach „kalter Statistik“ anhört … die Punkt wird sein, ob autonome Autos weniger Unfälle verursachen, als Menschen. Und das liegt im Bereich des möglichen.

Fazit: Damit sage ich nicht, dass ich nicht auch von einigen dieser Entwicklungen beeindruckt und teilweise auch begeistert bin. Ich teile aber nicht den „Hype“, dass wir Menschen in 10 Jahren „obsolet“ sein werden, weil 80% der Jobs durch Maschinen erledigt werden. Vielleicht wird dieser Schritt kommen… aber ich bin mir da keineswegs sicher, würde sogar sagen, dass ich es für unwahrscheinlich halte. Und wenn, dann sicher nicht in 10 Jahren, und ich denke auch nicht zu meinen Lebzeiten.

Mallorca 2018

Blühender Mandelbaum

Dieses Jahr war das Trainingslager auf Mallorca (für mich) so früh wie noch nie vorher. Außerdem auch recht lang. Durch die Lage der Oster-Ferien und Termine der Freunde, war der Termin schon Anfang März, vom Fr. 2. März bis Sonntag 18. März. Gut 2 Wochen, in denen ich 16 mal gefahren bin. Mandel-Kuchen habe ich immer gerne gegessen, diesmal konnten wir sogar noch den ein oder anderen Mandel-Baum blühen sehen… was normalerweise im Februar zu bestaunen ist, bis ca. Anfang März.

Das Wetter war wieder super. Es war ja klar, das es Anfang März noch keine Sommer-Temperaturen haben würde, aber wir hatten mindesten 15 Grad tagsüber (vielleicht mal nur 11-12 beim losfahren) und am wärmsten Tag sogar knapp 20 Grad. D.h. dass ich öfter mal lang-armig bzw. mit Armlingen/Beinlingen gefahren bin, und die winddichte Weste war immer Pflicht. Aber wir hatten wirklich die gesamten 2 Wochen gutes Wetter, nur an 2-3 Tagen hatte Nachts bzw. am frühen Vormittag kurz geregnet, aber wir konnten dann trotzdem gegen Mittag losfahren.

Wir sind bewusst im Grundlagen Bereich gefahren, also relativ „gemütlich“, um die Form vorzubereiten. Das war auch gut so. Ich bin zwar den Winter über dran geblieben, mit dem Crosser bzw. auf der Radrennbahn in Öschelbronn, aber eben keine langen Touren. Da wir fast immer mindesten 4 Stunden unterwegs waren, war ich trotzdem recht müde, und das Pensum insgesamt enorm. Dieses Jahr habe ich aber nicht den Fehler von 2017 wiederholt, sondern 2 Pausentage eingelegt (aktive Regeneration mit ganz langsamen 30km). Das hat sich ausgezahlt.

Obwohl wir keine „Gewalt-Touren“ gefahren sind, war doch eine recht lange und flache Etappe dabei, nach Cala Figuera (nächstes Bild), wo ich schon seit 2 Jahren nicht mehr war… das ist einfach toll. Und dann auch die obligatorischen Touren auf den Randa bzw. Orient.

Cala Figuera

Am Ende der zweiten Woche habe wir sozusagen 2 Königsetappen gemacht: einmal vom über Caimari / Tankstelle über den Col dels Reis in Richtung Sa Calobra runter (aber nich nach Calobra sondern die Bucht nebenan, Cala Tuent) … und über Kloster Lluc / Pollenca wieder zurück – 130km und ca. 2300Hm. Danach ein Tag kürzer (ca 80km), und dann noch eine Königsetappe: über Bunyola nach Soller und über den Puig Mayor und dann wieder Kloster Lluc und Pollenca zurück – 142,5km und ca. 2000Hm.

Statistik:

  • Ca. 1550km, verteilt auf 16 Einzel-Touren
  • Knapp 18.000 Höhenmeter (nach GPS, könnte evtl. auch 10% weniger sein)
  • Gesamt Fahrzeit (ohne Pausen): knapp 63 Stunden
  • Gesamt-Schnitt über alle Touren: 23,8 km/h

Diesmal habe ich keine Touren manuell auf GSPies erstellt. Da ich seit letztem Jahr eine GPS-Uhr habe, sind die Touren alle auf Strava … ja, die moderne Technik.

Die erste Königsetappe nach Cala Tuent (Calobra) bei Strava.
Die finale Königsetappe über den Puig bei Strava.

Mobile Technologien und der Untergang der Welt

Muss es denn immer gleich extrem sein? OK, es war natürlich eine Kolumne, ein Meinungs-Artikel… trotzdem…

Im aktuellen National Geographic habe ich heute die Kolumne von Harald Welzer gelesen. Ich schätze Herrn Welzer durchaus und ich lese seine Kolumne eigentlich gerne. Diesmal ist sie ihm weniger gelungen: „Die Diktatur der Geräte“; denn er hat eigentlich nur die altbekannten Probleme und Exzesse  der Smartphone (Über-)Nutzung wiederholt und endet dann mit „… Sondern machen Sie sich einfach frei. Werfen Sie es weg“.

Nein, das werde ich sicher nicht tun … denn ich lasse mit nicht beherrschen, sondern ich nutze meine Geräte einigermaßen sinnvoll und beherrsche sie soweit möglich.

Es geht mir jetzt gar nicht um Harald Welzer, sein Artikel ist nur der Auslöser für meinen Blog-Artikel, denn in letzter Zeit ist das Feuilleton voll mit solchen Artikeln, die letztlich den Untergang unserer Gesellschaft durch „das Internet“, oder „die Smartphones“ heraufbeschwören. Warum eigentlich?

Es ist sogar en vogue zu sagen „Ich hab ja gar kein Smartphone“. Und deshalb weis er natürlich genau, was alle falsch machen. Ach so? Genau, nicht-Wissen macht zum Experten. Ich hab ein Smartphone, und genau deshalb weis ich, was ich damit schönes und sinnvolles tun kann. Und ja, ich schüttle auch verwundert den Kopf über „Auswüchse“… aber ich lerne daraus.

Ist der Mensch nicht ein denkendes Wesen? Vielleicht bin ich kein typisches Exemplar unserer Gattung… aber ich kann doch nicht der Einzige sein, der mit den modernen Technologien gut klar kommt, nicht „Smartphone süchtig“ ist, sondern sich mit Menschen ganz normal unterhalten kann, und sein Smartphone auch mal einige Stunden schlicht in der Hosentasche stecken lässt?

Anstatt „Werfen Sie es weg“ Artikel zu schreiben, fände ich es toll, wenn es mehr Reflektion und „wie machst man es besser“ Artikel geben würde. Woran es mangelt sich Artikel zur Medien-Erziehung. Forschung und Anleitung dazu, wie man ab dem richtigen Alter dann sinnvoll mit den Medien umgeht… Mangelware. Entweder Hype-Artikel oder Untergang der Menschheit.

Ja, es gibt da ein Problem aktuell, wenn man sich so umschaut. Aber diese Technologien werden nicht „wieder weggehen“. Also lernen wir doch, damit richtig umzugehen, wäre das nicht mal eine Zukunfts-Aussicht? Oder gibt es keine Utopien mehr?

Oder um den Titel eines Artikels bei Futurzwei zu zitieren: „Keine Utopie ist auch keine Lösung„; Stiftung Futurzwei, die Herr Welzer mit gegründet hat.